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Fußbodenheizung: auf dieser Seite

Genereller Aufbau der Fußbodenheizung

genereller Aufbau einer Fussbodenheizung, steigleitungen, Geschossverteiler, Heizkreise

Eine Fußbodenheizung unterscheidet sich von einer Heizkörperheizung durch die Art der Verteilung und durch die Realisierung der Heizflächen.

  • Die Verteilung erfolgt über Steigleitungen von Stockwerk zu Stockwerk zu den Heizkreisverteilern. In diesen Verteilern beginnen und enden die im Fußboden verlegten Heizkreise. Zudem enthält der Verteiler je Heizkreis die erforderliche Ventiltechnik (Absperr- Entlüftungs- Regelventile,Füll-  und Entleerungshahn, und u.U. Volumenstrom Anzeigeeinrichtungen.
  • Die Heizkreise sind auf der Decke verlegte Rohre, die vom Heizwasser durchflossen werden. Der detaillierte Fußbodenaufbau und die Art der Verlegung variieren je nach verwendetem System.

Die Fußbodenheizung wird auch als Flächenheizung bezeichnet. Mit ihr lassen sich wesentlich größere Heizflächen je Raum realisieren als mit Heizkörpern. Dies führt zum wesentlichen Vorteil der Fußbodenheizung: Da die Fläche des „Heizkörpers“ Fußbodenheizung grösser ist als die Flächen-Summe der sonst einzusetzenden Heizkörper im selben Raum, kann mit einer geringeren Heizleistung / m2 Heizfläche gearbeitet werden. Auch, die erforderlichen  Vor- Rücklauftemperaturen sind niedriger. Niedrigere Temperaturen im Heizsystem senken die Heizungsverluste und sind insbesondere für die Nutzung erneuerbarer Energien von Vorteil (Wärmepumpen, Solarthermie).

  • Die Fußbodenheizung ist behaglich. Die milde Strahlungswärme von unten sorgt für warme Füße und einen kühlen Kopf.
  • Die Fußbodenheizung ist wirtschaftlich: Die großflächige "Wärmequelle" reduziert durch ihr niedriges Temperaturniveau die Heizungsverluste.
  • Die Fußbodenheizung ist umweltfreundlich: Das niedrige Temperaturniveau prädestiniert die Fußbodenheizung für den Betrieb mit erneuerbaren Energien wie Wärmepumpe und Solarkollektoren und PV.
  • Die Fußbodenheizung ist sauber und für Allergiker geeignet: Es wird so gut wie kein Staub aufgewirbelt und die Schimmelpilzbildung wird minimiert.
  • Die Fußbodenheizung flexibel: Unterschiedliche Systeme ermöglichen die Anpassung an verschiedenste bauliche Gegebenheiten. Sie arbeitet mit einer Vielzahl von Heizsystemen zusammen.
  • Die Fußbodenheizung ist unsichtbar: sie kommt ohne störende Heizelemente an der Wand, spart Raum  und eröffnet neue Gestaltungsmöglichkeiten.
  • Die Fußbodenheizung eignet sich für Neubau oder Bestandsbau. Speziell für die Altbaumodernisierung wurden die Systeme mit niedriger Bauhöhe entwickelt.

Varianten des Fußbodenaufbaus

Aufbau Fussbodenheizung im Trockenbau.

Fußbodenheizungen sind im Nasssystem oder im Trockensystem erstellbar

Im Nasssystem liegen die Heizrohre im Estrich. Die Trockenbauvariante führt die Heizrohre in der Dämmung in speziellen dafür gefertigten Dämmplatten. Dies schränkt die Flexibilität bei der Verlegung etwas ein.

Die Einbettung der Rohrleitungen im Estrich (Nasssystem) führt zu einem geringen Wärmeübergangswiderstand Rohr -> Estrich. Um zu vergleichbar guten Ergebnissen im Trockenbau zu kommen, werden dort häufig Wärmeleitbleche oder eine Alukaschierung der Montageplatte verwendet

  • Trockensystem
    • es sind niedrige Aufbauhöhen erreichbar, die  Gewichtsbelastung der Decke ist geringer, was diese Variante für die Anwendung im Altbau besonders geeignet erscheinen lässt.
    • Die Aufheizphase ist kürzer, die Heizung reagiert schneller auf Regeleingriffe was von Vorteil sein kann
    • Es gibt Einschränkungen bei der Verlegegeometrie
  • Nassystem
    • In der Regel etwas höherer Aufbau, im Neubau heute der Standard
    • träge Heizung (Aufheizung, Regelung), aber große Wärmespeichermasse kann z.B. Sperrzeiten (Wärmepumpe) überbrücken. Unter Umständen auch als Wärmepuffer einsetzbar.

Die Wärme-Trittschalldämmschicht kann Teil der Verlegeplatte sein oder als extra Schicht(en) unter der Verlegeebene eingebaut werden. Dämmstoff ohne Trittschalleignung sind vom Anwendungstyp DOD mit der Eigenschatf tk (keine Anforderungen an die Verformung). Trittschalldämmplatten bestehen ebenfalls aus einem Dämmmaterial, i.d.R. aus Polystyrolschaum oder Mineralfaser vom Anwendungstyp DES und den Eigenschaften sh/sm/sg (Kennzeichnung der Zusammendrückbarkeit). Sie wirken auch gleichzeitig als Wärmedämmung . Im Standard-Wohnungsbau sollte die Dämmplatte den Trittschall um mindestens 29 dB verbessern. Eine Trittschalldämmung ist auch daran zu erkennen, dass die Dicke immer in zwei Werten angegeben wird, z.B. 38/35 mm. Die Differenz aus beiden Werten ergibt die maximal mögliche Einfederung unter Belastung.

Als Heizestrich kommen Zementestrich oder Anhydritestrich zum Einsatz

  • Letzterer hat den Vorteil kürzerer Trocknungszeit, er ist aber empfindlich gegen Feuchtigkeit und er darf nur bis max 50 0C aufgeheizt werden. Infolge seiner geringeren Wärmeausdehnung sind auch Flächen > 40m2 fugenlos herstellbar. Auch die Aufbauhöhe kann ca. 1cm geringer ausfallen. Er muss vor Belegung abgeschliffen werden falls geklebt werden soll.
  • Zementestrich ist belastbarer, unempfindlich gegen Feuchte, benötigt aber eine längere Trocknungszeit

Aufbau einer Fußbodenheizung im Nasssystem

  • Die Abdeckfolie schützt die Dämmung vor eindringender Feuchte bei der  Estrich Verlegung.
  • Liegt die Decke auf dem Erdreich muss zwischen Dämmung eine Decke eine Feuchtigkeitssperre eingebaut werden.
  • Um Bauhöhe zu sparen wird oft PUR als Dämmmaterial verwendet.
  • Estrichdicke min. 6cm, min 4cm Rohrüberdeckung
  • Der Randdämmstreifen soll die Ausdehnung des Estrich bei Erwärmung aufnehmen, min. Dicke: 8mm

 

 

Darunter liegender beheizter Raum

 

Unbeheizter oder in Abständen beheizter darunter liegender Raum oder direkt auf dem Erdreich *

Darunter liegende Außentemperatur

Auslegungs-Außen-temperatur

Auslegungs-Außen-temperatur

Auslegungs-Außen-temperatur

Td  ≥ 0°C

0°C > Td  ≥ -5°C

-5°C > Td  ≥ -15°C

Wärmeleit- Widerstand m2 * K/W

0,75

1,25

1,25

1,5

2,00

Auszug aus DIN 18202, April 1997, Tabelle 3

Die erforderliche Dicke der Dämm- Trittschallschicht (Wärmeleitwiderstand) ist auch abhängig von Temperaturniveau an der Unterseite des Bodens (Grenze zu: beheizt, unbeheizt, Außenluft, Erde).

Grenzwerte die bei einer Fußbodenheizung zu beachten sind

Bei der Verlegung der Heizkreise sind verschiedene Randbedingungen zu beachten:

Damit die Heizung auch bei Volllast (kältester Tag) für die Bewohner „erträglich“ bleibt und die thermischen Spannungen im Fußbodenaufbau nicht zu Problemen führen. Hier gibt es mehrere Grenzwerte die zu beachten sind.

    • Maximale Oberflächentemperatur des Fußbodens
    • Differenz zwischen maximaler Oberflächentemperatur und Raumtemperatur
      • Randzone: 15K
      • Aufenthaltszone: 9K
    • Maximale Vorlauftemperatur: 55oC

Damit Estrich und Belag im Störfall keinen Schaden nehmen, muss die max. Vorlauftemperatur überwacht werden. Zumeist durch einen Anlegethermostaten im Vorlauf nach dem Mischer. Der auf eine feste Temperatur eingestellte Thermostat schaltet bei Temperaturüberschreitung die Pumpe stromlos.

Damit die erforderliche Pumpenleistung und die Fließgeräusche nicht zu hoch werden

    • größte erlaubte Heizkreislänge: 100m bis 120m (kann abhängig vom Rohrdurchmesser variieren)
    • max. 300 mbar Differenzdruck für jeden Heizkreis

Daraus ergibt sich auch eine maximale Feldgröße von 40m2 und eine Grenzwärmestromdichte von:

  • Wohn und Geschäftsräume: 100 W/m2
  • Badezimmer: 100 W/m2
  • Randzonen: 175 W/m2

Struktur der Fußboden-Heizkreise

Rohrführungen einer Fußbodenheizung, Mäanderförmig, Bifilar, Temperaturverteilung

Grundsätzlich ist der Verlegeabstand der Rohre das Mittel mit dem unterschiedliche Heizleistungen / m2 realisiert werden können (großer Abstand -> geringe Heizleistung, kleiner Abstand-> größere Heizleistung). Dabei sind immer die Grenzwerte einzuhalten. Die Grenzwerte verlangen u.U. auch eine Aufteilung in mehrere Heizkreise pro Raum. Ein weiterer Aspekt ergibt sich aus der Lage eines Raumes. So kann es sinnvoll sein, Teile eines Raumes unterschiedlich stark zu beheizen (unterschiedliche Verlegeabstände). Eine höhere Heizleistung (Wärmestromdichte) kann z.B. an kalten Außenwänden oder großen Fensterfronten (Randzonen) erwünscht sein, um gleichmäßige Raumtemperaturen zu erzielen und evtl. Zugerscheinungen vorzubeugen. In Räumen die heutigen Energiestandards entsprechen ist dies in der Regel nicht mehr erforderlich.

 

Heizkreise können bifilar (schneckenförmig) oder Mäanderförmig verlegt werden. Auch Doppelmäander mit Überkreuzung Vor- Rücklauf im Bereich der Wendebögen sind möglich.

  • Bei mäanderförmiger Verlegung nimmt die Temperatur des Heizrohres vom Vorlauf (Vorlauftemperatur) beginnend gleichmäßig bis zum Rücklauf (Rücklauftemperatur) ab. Dies kann z.B. in der Randzone genutzt werden (Vorlauf Außen, Rücklauf innen)
  • Durch eine bifilare Rohrführung erreicht man über das gesamte Feld eine gleiche Mitteltemperatur (üblich in der Aufenthaltszone).

Bei der Verlegung ist es sinnvoll die ganze zur Verfügung stehende Fläche auszunutzen. Aus baulichen Gründen kann es erforderlich sein, bestimmte Bereiche auszusparen z.B. Dusche, unter der Badewanne, Bereiche einer Einbauküche oder unter festen Einbauschränken. Hierbei ist immer darauf zu achten spätere Umbaumöglichkeiten nicht unnötig einzuschränken.

Als Rohrmaterial kommt Kupfer oder Kunststoff zum Einsatz

Kunststoff: Handelsüblich sind Fußbodenheizungsrohrmaße aus Kunststoff und Verbundstoffen von: (Außendurchmesser x Wanddicke in mm) 12 x 2 bis 20 x 2, dazwischen liegen die Maße 14 x 2, 16 x 2  und 17 x 2.

Man findet auch Verbundrohre mit den Maßen 26 x 3 und 32 x 3 Millimeter.

Die Rohre werden als Meterware von der Rolle gehandelt.

Kupferrohr:  wird üblicherweise in Ringen zu 50 Metern gehandelt, ab einer Stärke von 18 Millimetern zu 25 Metern. Übliche Maße: 6 x 1, 8 x 1, 10 x 1, 12 x 1, 15 x 1, 18 x 1 und 22 x 1 Millimeter.

Übliche Verlegeabstände (VA) sind: 10, 15, 20, 25, 30cm

Bei gleicher Vorlauftemperatur gelten folgende Zusammenhänge:

  • Ein dickeres Rohr kann einen höheren Wärmestrom übertragen als ein dünneres Rohr (größere Rohroberfläche). Das erlaubt dann größere Verlege Abstände.
  • Ein dickeres Rohr benötigt in der Regel auch größeren Durchmesser am Wendebogen. Der Biegeradius sollte das Fünffache vom Außendurchmesser des Innenrohres nicht überschreiten.
  • Ein dickeres Rohr hat einen kleineren Fließwiderstand (größere Heizkreislänge oder geringerer Pumpendruck sind möglich)

Fußbodenheizung: Heizkreisanordnung / Aufteilung in Randzone und Aufenthaltszone

Regelung der Fußbodenheizung

Die Regelung der Fußbodenheizung erfolgt wie bei der Erwärmung mit Heizkörpern über eine Außentemperatur geführte Vorlauftemperatur; direkt über die Steuerung des Kessels oder, falls auch Heizkörper zu versorgen sind, über einen Außentemperatur geführten Mischer.

Der Einfluss der Raumtemperatur kann mittels ferngesteuerten Ventilen im Heizkreisverteiler berücksichtigt werden (siehe auch). Diese Art der Steuerung braucht Fremdenergie (Kabel/Funk).

Die Reaktion auf Regeleingriffe wirkt sich -abhängig von den zu beheizenden Massen- verzögert aus. In einem schweren Gebäude mit einer schweren Fußbodenheizung (Nasssystem) kann die Verzögerung bis zu 4 Stunden betragen. Die Trägheit der Fußbodenheizung “übersieht” kurzzeitige (< 1-2 Stunden) Raumtemperatur Abweichungen. Länger dauernde Abregelungen können aber zur  kompletten Auskühlung des Estrichs führen, sodass bei Wegfall der Fremdwärmequelle wieder eine längere Aufheizzeit benötigt wird.Dies macht Funktionen wie raumweise Regelung oder Nachtabsenkung u.U. überflüssig. Eine raumweise Regelung ist aber auch dann sinnvoll, wenn mitttel- oder längerfristig Räume abweichend von der Auslegung temperiert werden sollen (unbenutzte Räume, niedriger als geplant beheizte Räume).

Selbstregeleffekt

(1) q = 8,92 x (ϑob - ϑi)1,1 siehe Wärmestromdichte

Näherungsformel aus (1)

q 11 x (ϑob - ϑi)

D.h. der Wärmestrom ist direkt proportional Δϑob

Ändert sich die Raumtemperatur, dann verringert sich auch Δϑob ,und damit auch der Wärmestrom (kleinere Spreizung)

Geht man von einer Oberflächentemperatur von 25oC aus (Δϑob = 5 K) und erhöht sich die Raumtemperatur auf Grund von Fremdwärme um 1 oC, wird Δϑob = 4. Der Wärmestrom verringert sich im gleichen Verhältnis 4/5, also um 20%. Damit sinkt auch die Wärmeleistung um 20%.

Bei Δϑob = 9 K wäre das Verhältnis 8/9 also eine Reduktion um 11%

Diese Rechnung findet man so in vielen Veröffentlichungen. Dieser Effekt wird auch als Selbstregeleffekt bezeichnet.

Dies ist eine theoretische Betrachtung die das Prinzip erläutert.

Real muss man beachten, dass die Heizung weiter mit gleicher Vorlauftemperatur und gleichem Massenstrom (bei verringerter Spreizung) läuft. Die Verluste von Verteilung und Speicherung bleiben daher konstant (werden auf Grund der geringeren Spreizung sogar höher). Auch die Wärmeabgabe z.B. nach unten zu unbeheizten Räumen erfolgt unvermindert weiter. Der Strahlungsanteil der Fußbodenheizung kann noch weiter Wärme an evtl. kühlere Wände abgeben. Insofern ist der Selbstregeleffekt nicht ganz so effektiv wie rechnerisch demonstriert.

Die Selbstregelung erzielt nicht die gleiche Wirkung wie eine raumweise Regelung und macht diese nicht unbedingt überflüssig.

Verteiler

Geschoss-Verteiller

Funktionen des Geschossverteilers einer Fußbodenheizung mit Regelungs- Einstellmöglichkeiten

Der Heizkreisverteiler ist über eine Steigleitung mit Vor- und Rücklauf der Heizkessels verbunden. Im Verteiler beginnen und enden die im Fußboden verlegten Heizkkreisschleifen. Üblicherweise gibt es im Wohnhaus (EFH) je Stockwerk einen Verteiler. Die Festlegung auf einen Verteiler ist aber nicht zwangsläufig; wenn es die Anzahl der Heizkreise oder die Geometrie des Gebäudes erfordert, können pro Stockwerk auch mehrere Verteiler installiert werden (z.B. Vermeidung durchlaufender Zuleitungen für andere Räume). Durchlaufende Rohre, müssen im Durchlaufbereich gedämmt sein (Sie gehören zum Regelkreis eines Raumes ungleich dem durchlaufenen).

Zudem enthält der Verteiler je Heizkreis die erforderliche Ventiltechnik.

  • Absperrventile, Entlüftungsventile
  • Ventile zur Voreinstellung (Hydraulischer Abgleich)
  • Zur Unterstützung beim Abgleich oder zur Kontrolle können zusätzlich auch noch einfache Durchflussanzeiger vorhanden sein.
  • Handabsperrventile oder Stellglieder für die raumweise Regelung (siehe auch Regelung)

Die Verteiler befinden sich zumeist in einem -in die Wand eingelassenen- Kasten im Flur, möglichst an einer Innenwand. Der Kasten sollte immer zugänglich sein und wenn möglich nicht an Räume grenzen in denen Geräuschfreiheit (Fließgeräusche, Motorventilgeräusche ..) erwünscht ist. Thermische Stellantriebe z.B. arbeiten geräuschlos.

Geschossverteiler und Anbindung an Heizkreise

Geschossverteilung dezentral

Systemvorteile im Überblick

  • kein zentraler Wohnungsverteiler, kein Standortproblem
  • keine Geräusche der Stellantriebe
  • Flur wird eigenständiger Heizkreis, absperr- und regelbar
  • kein Durchbrechen der Trittschall-Dämmung durch Zuleitungen
  • höherer Regel Komfort durch Bypass
  • garantierter geforderter Mindest-Wasserdurchsatz für Wärmepumpen ohne Pufferspeicher
  • Kühlung des Bodens mittels Bypass möglich
  • Die direkt vergleichbaren Materialkosten zwischen zentralem Verteiler und dezentralen EBV-Boxen sind ungefähr gleich.

Die dezentrale Verteilung kann gerade in der Altbau Sanierung die einfacher zu realisierende Variante sein.

Die “Unibox” (Produktnahme Oventrop) enthält einen Raumtemperaturfühler, der direkt auf das Stellventil wirkt. Zusätzlich ist eine Voreinstellung des Ventils möglich (Hydraulischer Abgleich). Mit einem einstellbaren Bypass kann ein Teil des Volumenstroms am Regelventil vorbei geführt werden. Dies vermeidet ein zu tiefes Absinken der Estrichtemperatur bei längerem Fremdwärmeeinfluss. Als Nebeneffekt wird damit auch ein Mindestdurchfluss gewährleistet.
Fußbodenheizung: Dezentrale Geschossverteilung mit integrierter raumweisen Regelung und Bypass

Rohre für Fußbodenheizungen

Problematik: Sauerstoffdicht

Problematik Sauerstoff dicht:

Schon in den frühen 70er Jahren wurden Kunststoffrohre für Fußbodenheizungen eingesetzt. Die Sauerstoff Durchlässigkeit dieser Rohre konnte zu Korrosion eisenhaltiger Werkstoffe führen, wenn sie in Berührung mit dem Heizwasser kamen. Zudem bildet sich Rostschlamm, der sich in Kessel und Leitungen ablagert, und im schlimmsten Fall zur kompletten Verstopfung des Systems führt. Dies ist in der Regel vor dem Baujahr 1989 zu vermuten. Die alten Rohre wurden jedoch nicht vom Markt genommen. Sie wurden noch bis in die Anfänge der 90er Jahre verbaut.

Die DIN 4726 definierte 10.1988 die Eigenschaften eines sauerstoffdichten Kunststoffrohres. Sauerstoffdichte Rohre nach dieser Norm müssen bei einer Wassertemperatur von 40oC eine - auf das Rohrinnenvolumen bezogene- Sauerstoffdurchlässigkeit < 0,1 g/(m3·d) aufweisen. Viele der heute angebotenen sauerstoffdichten Kunststoffrohre erreichen einen Wert, der unter der Nachweisgrenze von 0,005 g/(m3·d) liegt

Bei älteren Fußbodenheizungen, die mit nicht sauerstoffdichten Kunststoffrohren erstellt worden sind, empfiehlt es sich, bei einem Kesseltausch die betroffenen Heizkreise durch einen Wärmetauscher vom Kessel zu entkoppeln (Systemtrennung).

Neben dem Sauerstoff Eintrag durch das Rohr, gibt es eine Reihe weiterer Schwachstellen über die Sauerstoff in das System gelangen kann (Jede Eindichtung, jeder Übergang mit Gewinde, "Dichtungen", automatische Be- und Entlüfter oder sonstige Armaturen tragen zum Sauerstoffeintrag bei). Auch wird die Technik immer filigraner in ihren Abmessungen (Brennwertkessel, Ventile, Wärmetauscher), sodass heute Verunreinigungen weit eher zu Problemen führen können als bei alten Anlagen.

Rohrwerkstoffe

Als Rohrmaterial wird Kunststoff oder Kupfer verwendet. Allgemein üblich sind heute Kunststoffrohre, zumeist aus Polyethylen (PE). Dieser Kunststoff ist Sauerstoff undurchlässig. Die wesentlichen heute verwendeten Materialien sind:

Kupfer oder Kunststoff

  • Kunststoffrohre sind sehr leicht, flexibel, korrosionsfrei und chemisch beständig. Sie werden in großen Endloslängen, in Sonderfällen weit über 1000 m, geliefert. Dies erleichtert den Verlege- und reduziert den Verbindungsaufwand. Kunststoffrohre haben einen wesentlich größeren Ausdehnungskoeffizienten als der Estrich, in dem sie eingebettet sind, doch können sie schadlos diese Ausdehnung bei Erwärmung im Rohrwandmaterial aufnehmen. Kunststoffrohre sind innen glatter (geringere Fließwiederstände). Sie sind auch billiger als Kupferrohre.
  • Kupferrohre sind immer noch wesentlich steifer als Kunststoffrohre. Die Lieferlängen liegen bei 25m bis 50m und müssen bei größeren Heizkreislängen durch Löt- oder mechanische Verbindungen auf Heizkreislänge gebracht werden. Auch Kupferrohre dehnen sich bei Erwärmung stärker aus als der Estrich. Sie müssen daher mit einem Stegmantel aus Kunststoff versehen werden, in dem das Rohr Längsbewegungen ausführen kann. Ab einer bestimmten Länge sind in den Wendebögen besondere Vorkehrungen zur Schubaufnahme erforderlich.

Kunststoffrohre beherrschen heute den Markt bei Fußbodenheizungen, ca. 95% der für Fußbodenheizungen verlegten Rohre sind Kunststoff- bzw. Kunststoffverbundrohrsysteme, Tendenz steigend

Polyethylen: PE

  • Hoch stabilisiertes PE-RT mit erhöhter Temperaturbeständigkeit (Raised Temperature) bis zu 90oC
  • vernetztes Polyethylen: PE-X
    • vernetztes Polyethylen mittlerer Dichte (PE-MDX)
    • vernetztes Polyethylen hoher Dichte (PE-HDX)

Dabei steht das X für Vernetztes PE. Durch die Vernetzung werden entscheidende Materialeigenschaften des PE noch verbessert, wie z.B. Schlagzähigkeit, Wärmeformbeständigkeit, Spannungsrissunempfindlichkeit. Entsprechend dem Vernetzungsverfahren unterscheidet man auch zwischen:

    • Peroxidvernetzung (PE-Xa),
    • Silanvernetzung (PE-Xb)
    • Elektronenstrahlvernetzung (PE-Xc)
    • Azovernetzung (PE-Xd) Der Name Azo leitet sich vom französischen Wort Azote für Stickstoff ab

PE ist derzeit eindeutig der Marktführer

Polypropylen allgemein PP

Um seine Eigenschaften zu verbessern, werden neben regulärem Polypropylen-Homopolymer (PP-H) weitere Copolymere angeboten. Je nach Herstellverfahren werden diese als PP-B (Block-Copolymer) oder PP-R (Random-Copolymer) bezeichnet.

  • Polypropylen (= Typ 1) Homopolymer: PP-H
  • Polypropylen (= Typ 2) Block Copolymer: PP-B
  • Polypropylen (= Typ 3) Random Copolymer: PP-R

Geringer Marktanteil

Polybuten: PB

  • Polybuten Homopolymer (PB-H)
  • Polybuten Copolymer (PB-R)

PB ist mittlerweile fast völlig vom Markt verschwunden

Mehrschichtverbundrohre

Mehrschichtverbundrohre (MVR) sind die neueste und äußerst erfolgreiche Rohrgeneration in der Haustechnik. Sie vereinen die Vorteile von Kunststoff und Metall. 2 Aufbautypen werden Unterschieden:

  • Mehrschicht-Verbundrohr M
  • Ein Rohr, bestehend aus verschiedenen druckbelasteten (oder drucklosen) Polymerschichten sowie einer oder mehreren druckbelasteten (oder drucklosen) Metallschichten (z.B. PE-Xb / Aluminium / PE-Xb)

  • Mehrschicht-Verbundrohr P
  • Ein Rohr, bestehend aus mehr als einer druckbelasteten (oder drucklosen) Polymerschicht (z.B. PVC / PE-Xb oder PE-X/EVOH / PE-Xb):

Verbundrohr-MSV-mit Aluminiumschicht

Beispiel Aufbau Variante M

1. Innenrohr (Mediumrohr) PE-HDX bzw. PE-MD

2. Haftvermitler

3. Aluminium

4. Haftvermittler

5. Außenrohr (Mantelrohr) PE-HDX bzw. PE-HD

Der innen und außen liegende Kunststoff ist korrosions- und inkrustationsfrei, und resistent gegen Chemikalien. Aluminium ist Sauerstoff diffusionsdicht und sorgt für eine hohe Formbeständigkeit und eine geringe Wärmeausdehnung. Die übliche Verbindungstechnik für Mehrschichtverbundrohre aus PE-X/Al/PE-X ist die Pressverbindung oder die Schiebehülsentechnik.

Beispiel Aufbau Variante P

Eine weitere Methode die Sauerstoffdurchlässigkeit zu verrindern ist

Ethylen-Vinylalkohol-Copolymer (EVOH).

Das Copolymer EVOH wird als Kunststoff in der Regel zur Aufbringung von Sperrschichten (Vermeidung von Sauerstoffeintrag und damit einhergehende mögliche korrosive Prozesse) bei sauerstoffdichten und korrosionsfreien Mehrschicht-Kunststoffrohren, wie z.B. bei Heizungsrohrsystemen, eingesetzt.

 

1.  Innenrohr PE-Xc

2. Haftvermittler

3. EVOH Sauerstoffsperrschicht

4. Haftvermittler

5. Außenrohr PE-Xc

 

Kunststoffrohre und Mehrschichtverbundrohre werden fast ausschließlich als Komplettsysteme unter verschiedenen Markennamen, in verschiedenen Dimensionen und Farben angeboten. Um Probleme zu vermeiden empfiehlt es sich abgestimmte Komponenten eines Herstellers zu verwenden

Sauerstoffdichtes Verbundrohr mit Alu-Schicht

Quelle: MAINCOR Rohrsysteme GmbH

Verbundrohr mit EVOH-Schicht

Sauerstoffdichtes Verbundrohr mit EVOH Sperrschicht

 

Verlegeverfahren

Noppensystem

Noppenverlegung-Beispiel

Bei der Verlegung der Heizrohre im Noppensystem werden Heizungsrohre direkt zwischen den Noppen fixiert. Durch in den Noppenplatten integrierten Nasen wird ein Verrutschen der verlegten Rohre verhindert. Noppenfolie und darunterliegende Platte können je nach Anwendung getrennt sein oder im Verbund geliefert werden. Die Verwendung von Noppensystemen bietet folgende Vorteile:

  • einfache, schnelle Verlegung durch doppelreihigen Noppenüberstand
  • dicht gegen Fließestrich und Anmachwasser
  • einfache Verlegung verschiedener Rohrdimesionen
  • kein Hilfswerkzeug zur Befestigung der Heizungsrohre notwendig
  • Trittschall- und Wärmedämmung durch mehrschichtigen Polyesteraufbau der Noppenplatten
  • zwischen den Noppen verlaufende diagonale Stege ermöglichen es dem Fließestrich das Rohr komplett zu umschließen
  • Eine Einmann-Verlegung ist einfach möglich
  • die Verwendung von Noppenplatten beschränkt die Verlege Geometrie geringfügig

Fußbodenheizung: Schnitt durch Estrichaufbau mit Noppensystem

Tackersystem

Verlegungbeispiel der Heizkreise im Tackersystem

Bei Verlegung im Tackersystem werden die Rohre mittels speziellen, den Rohren angepassten Tackernadeln auf der Basisplatte befestigt. Zur Orientierung bei der Befestigung ist die Platte mit einem aufgedruckten Gitternetz versehen.

  • Schnelle Verlegung, kurze Montagezeiten
  • flexible Verlegung, die Gewebematten lassen sich problemlos jeder Raumform anpassen und durch das aufgedruckte Gitternetz kann auch bei komplizierten Raumformen der Abstand der Rohre zueinander einfach eingehalten werden.
  • geringe Aufbauhöhen, dadurch auch gut zur Sanierung von Altbauten geeignet.
  • Insgesamt leicht geringere Kosten.
  • die Präzision der Rohrabstände hängt sehr vom Verarbeiter ab.
  • die Nadeln durchstoßen die Deckschicht / Dämmung, dies kann zu Wärme- Schallbrücken (ingesamt wohl eher geringfügig) und zum Unterlauf von Estrich führen.

Fußbodenheizung: Schnitt durch Estrichaufbau im Tackersystem

Feldeinteilung / Fugenplanung

Fußbodenheizung: Verlegungsplan mit Heizkreisaufteilung und Fugenplanung

Neben den an allen aufgehenden Bauteile einzusetzenden elastischen Randfugen (Randdämmstreifen) sind Bewegungsfugen unabhängig von Beheizungart und Estrichart anzuordnen.

  • Über Gebäudetrennfugen
  • Als Feldbegrenzung in Türdurchgängen
  • Bei stark verspringenden Flächen
  • Randfuge (durch Randdämmstreifen gegeben)

Trennung eines Feldes / Feldteilungen werden erforderlich bei Feldern

  • > 8m Seitenlänge
  • > 40m2
  • mit Seitenverhältnis > ½
  • bei L, Z, T -förmige Feldern:  diese werden in rechteckige / quadratische Felder aufgeteilt

Bewegungsfugen und Randfugen sollen nur von Anbindeleitungen und nur in einer Ebene überquert werden. Die Anbindeleitungen sind mit einem Schutzrohr von ca. 30 cm Länge zu versehen. Bewegungsfugen sind in den Bodenbelägen deckungsgleich zu übernehmen. Bei Fliesenbelag ist soweit möglich die Verlegestruktur der Fliesen vorab zu berücksichtigen.

Die jeweiligen Anforderungen müssen in einem frühzeitig erstellten Fugenplan festgelegt werden.

Kühlen mit der Fußbodenzeitung

Bild-Kühlung-mit-Wärmepumpe.png

Bild zur Prinzip Erläuterung.  Reale Hydrauliken kommen mit 2 Umschaltventilen aus.

Kühlung mit der Flächenheizung

Die Fußbodenheizung kann auch zur sommerlichen Kühlung eingesetzt werden. Hierzu muss kühles Wasser durch die Rohre gepumpt werden.

Die Erzeugung von kühlem Wasser kann aktiv oder passiv erfolgen.

Aktive Kühlung: Dies kann z.B. mit einer reversiblen Wärmepumpe oder einer speziell als Kühlaggregat konzipierten Anlage erfolgen. Im letzteren Fall muss der Heizkreislauf auf das Kühlaggregat umgeschaltet werden. Aktive Kühlung verbraucht Energie

Passive Kühlung: hier wird entweder kühles Grundwasser (Wasser/Wasser Wärmepumpe) oder die Kühle des Erdbodens (Sole/Wasser Wärmepumpe) genutzt. Dabei wird im Kühl-Fall die Wärmepumpe umgangen (Umschaltventile) Es wird „nur“ Pumpenstrom verbraucht. Eine Trennung von Primär- und Sekundärkreise ist auch im Kühlfall notwendig (extra Wärmetauscher).

Soll mit der Fußbodenheizung auch gekühlt werden, ist einiges schon in der Planungsphase der Fußbodenheizung zu beachten.

  • Der Estrich darf nicht unterkühlt werden. (Überwachung derTaupunktunterschreitung)
  • Mit geringen Verlegeabständen und großen Rohrdurchmessern lässt sich die Kühlwirkung verbessern, wie umgekehrt beim Heizen auch.
  • Auch beim Kühlen gilt: Ein kleiner Wärmübergangswiderstand zwischen Fußboden und Raumlauft (z.B. Fliesenbelag) erhöht die Wirksamkeit.

Diese Art der Kühlung ist nicht mit einer Klimaanlage gleichsetzbar. Es wird weder die absolute Luftfeuchtigkeit im Raum durch die Fußbodenkühlung aktiv beeinflusst, noch kann eine bestimmte Temperatur angesteuert werden.

Da der kühlere Fußboden allein kaum eine Umwälzung der Raumlauft bewirkt ist die Kühlwirkung u.U. gering (Kaltluftsee am Fußboden). Ein Deckenventilator bringt Abhilfe

Berechnung der Fußbodenheizung

Basisdaten

Wesentliche Begriffe bei der Berechnung sind:

  • Oberflächentemperatur ϑob : Dies ist die Temperatur der beheizten Fußbodenoberfläche inklusive Belag
  • Wärmestromdichte q : Die Dichte des Wärmestromes in W/m2 . Sie wird von den Heizrohren erzeugt und ist abhängig von der Heizflächentemperatur und dem Wärmewiderstand des Estrichaufbaues inklusive Belag.
  • Normwärmebedarf QN : gibt an wieviel Watt die Heizung an den Raum abgeben muss, um die gewünscht Raumtemperatur am kältesten Tag im Jahr zu erreichen und aufrecht zu erhalten.
  • weiteres zu Begriffen siehe

Fußbodenheizung:Basiskennlinie-DIN-4725

Wärmestromdichte

Die Wärmestromdichte der Fußbodenheizung wird bei festgelegter Raumtemperatur von der mittleren Oberflächentemperatur des Fußbodens bestimmt. Abhängigkeit siehe Grafik links (Basiskennlinie). Berechnet wir die Basiskennlinie mit:

(1) q = 8,92 x (ϑob - ϑi)1,1

Setzt man in diese Formel die maximalen Oberflächentemperaturen ein (siehe Grenzwerte) erhält man die Grenzwärmestromdichten zu :

  • Wohn- und Geschäftsräume: qG = 100 W/m2
  • Badezimmer: qG = 100 W/m2
  • Randzonen: qG = 175 W/m2

Benötigte Wärmestromdichte:  q= QH / AF

Formel (1) gilt auch für alle Systeme und alle Verlegeabstände

QN

 Norm Wärmebedarf Fußboden beheizter Räume [W] (DIN EN 12831)

QH

 Auslegungsleistung [W]

AF

 heizende Fußbodenfläche [m2]

q

 Wärmestromdichte [W/m2]

qG

 Grenz-Wärmestromdichte [W/m2]

qausl

 Auslegungswärmestromdichte[W/m2]

qu

 Der nach unten gerichtete Wärmestrom [W/m2]

qF

 Der insgesamt in der Heizungsrohrebene zu erzeugende Wärmestrom [W/m2]

mHKR

 Benötigter Massenstrom zur der Auslegungsleistung [kg/h]

ϑob

  Mittlere Oberflächentemperatur [oC]

ϑi

 Norm Innentemperatur [oC]

ϑV

 Vorlauftemperatur [oC]

ϑV,Ausl

 Auslegungsvorlauftemperatur [oC]

ϑR

 Rücklauftemperatur [oC]

ϑHm

 Mittlere Temperatur in der Heizebene [oC]

∆ϑH

 Heizmittelübertemperatur [oC]

ΔϑRo

 Temperaturdifferenz zwischen Fußbodenoberfläche und der Heizrohrebene

Rλ,Dä

 Wärmedurchlasswiderstand der Dämmschicht [m2*K/W]

Rλ,De

 Wärmedurchlasswiderstand der Decke (Rohdecke) [m2*K/W]

Rλ,Pu

 Wärmedurchlasswiderstand des Deckenputzes [m2*K/W]

Rλ,B

 Wärmedurchlasswiderstand des Bodenbelages [m2*K/W]

Rλ,Estr

 Wärmedurchlasswiderstand des Heizestrichs [m2*K/W]

Ro

Wärmedurchlasswiderstand nach oben

Ru

Wärmedurchlasswiderstand nach unten

Rsi

Wärmeübergangswiderstand innen

Rse

Wärmeübergangswiderstand außen

σ

 Spreizung

cw

 spezifische Wärmekapazität des Wassers:  1,163 [Wh/(kg * K)]

Auslegungswärmestrom / gesamter Wärmestrom

Q ist die Wärmestromdichte zum Raum hin. Ein Teil der durch die FB erzeugten Leistung geht aber auch in den darunterliegenden Raum. D.h. Der von der Fußbodenheizung erzeugte Gesamtwärmestrom muss auch diesen Teil erzeugen.

Die folgende Betrachtung geht von einem einfachen Fall aus: Temperaturen von betrachtetem Raum und darunter liegendem Raum sind gleich. Keine Randzonen mit erhöhter Oberflächentemperatur. Die Einbeziehung dieser Variationen würde die Formeln zur Erklärung des Prinzips unnötig komplizieren

 

(2) qF = qausl + qu

qausl  verhält sich zu  qu  umgekehrt proportional wie die Wärmedurchgangswiderstände (RO und RU)

(3) qausl / qu = Ru / Ro

Aus (2) und (3) ergibt sich: 

Fußodenheizung: Formel-Berechnung-Wärmestromdichte

Massen- / Volumenstrom

Mit qF lässt sich der erforderliche Massen- Volumenstrom ermitteln 

Fußodenheizung: Formel-Berechnung-Massenstrom

oder mit qausl

Massenstrom-mit-q-ausl-i

 

Ermittlung der Vorlauftemperatur

Mit (1) lässt sich die mittlere Oberflächentemperatur aus der Wärmestromdichte errechnen:
Fußodenheizung: Formel-Berechnung-Oberflächentemperatur
Mit Hilfe des Wärmestromes lässt sich die notwendige Temperaturdifferenz zwischen der Heizrohrebene und der Oberfläche errechnen

(6) ΔϑRo  = qausl x (Ro-Rsi)

Die mittlere Temperatur der Heizebene ist dann:

(7)  ϑHm  = Δϑob + ΔϑRo

Und die Vorlauftemperatur

(8) ϑV,Ausl  = ϑHm + σ/2

Beispiel: Einfluss der Dämmung auf die Wärmeströme

Berechnung Ro und Ru

Schicht

d [mm]

λ [W/

m*K]

R [W/

m2*k]

 

R λ,Estr

45

1,4

0,032

Zement-
estrich

R λ,B

10

1,3

0,008

Fliesen

R si

 

 

0,1

 

R o

 

 

0,140

 

R λ,Estr

8,5

1,4

0,006

 

R λ,Dä

40

0,045

0,889

 

R λ,Decke

160

2,1

0,076

Beton

R λ,Putz

20

0,8

0,025

 

R se

 

 

0,17

 

R u

 

 

1,17

 

Berechnungsbeispiel-Fußboden- Estrichaufbau -Einfluss von Belag und Dämmung

Beispiel Vorgaben: Raum mit der höchsten Wärmestromdichte= 80 W/m2 , Fläche für Fußbodenheizung = 18m2 und Raumtemperatur = 20oC

Ermittlung Ro und Ru (Maße aus Bild oben)

 

Berechnung qF (Auslegungswärmestrom plus Wärmestrom nach unten): Formel (3)

qF = 80 x (1+0,14/1,166) = 89,6

Berechnung mHKR (Massenstrom für den betrachteten Raum): Formel (4)

mHKR = (89,6 x 18) / (5  x 1,163) = 277,33 kg/h

Berechnung der Vorlauftemperatur

(über die Berechnung der Oberflächentemperatur (5) und die Temperaturdifferenz  zur Heizrohrebene (ΔϑRo), letztere mittels des Wärmestromes über dem Wärmedurchlasswiderstand oberhalb (Ro)

ϑOb = (80 / 8,92) 1/1,1 + 20 = 8,971/1,1 + 20 = 27,35

ΔϑRo = 80 x 0,04 = 3,19

ϑV,Ausl = 27,35 + 3,19+ 5 / 2 = 33,03 oC

  • Nimmt man jetzt statt der Fliesenoberfläche ein 15mm Eichenparkett (λ = 0,18) muss die die Vorlauftemperatur zur Erreichung der gleichen Leistung auf  38,86 oC erhöht werden (ein Plus von 6 K).
  • Verbessert man die Dämmung nach unten z.B. statt λ = 0,045 -> λ = 0,024 verringert sich der benötigte  Massenstrom auf 265,45 kg/h (minus 4,3%)

Auslegung mit Herstellerdaten

Kurven für Rohrdurchmesser 14mm

Wärmestromkurven-Heizmittelübertemperatur und Wärmestromdichte,14-0Wärmestromkurven-Heizmittelübertemperatur und Wärmestromdichte,14-0,05Wärmestromkurven-Heizmittelübertemperatur und Wärmestromdichte,14-0,1

Kurven für Rohrdurchmesser 17mm

Wärmestromkurven-Heizmittelübertemperatur und Wärmestromdichte,17-0,1Wärmestromkurven-Heizmittelübertemperatur und Wärmestromdichte,17-0,15

Bei R-Werten für Bodenbeläge Standard R-Werte verwenden:

  • Bäder werden mit 0,0 angenommen
  • Aufenthaltsräume generell 0,1
  • von Werten > 0,15 ist abzuraten

 

Mit dem bisher verfolgten Berechnungsweg ausgehend von einer benötigten Wärmestromdichte kann man mit Kenntnis des Fußbodenaufbaus die Temperaturen und Massenströme berechnen.

Damit weiß man aber noch nicht wie die geplante Wärmestromdichte mit der Heizung erzeugt werden kann, insbesondere welcher Verlegeabstand zu wählen ist.

Dazu bieten die Hersteller für Ihre Fußbodenheizungen Tabellen der Art wie in den Bildern links gezeigt (hier Quelle Roth). Dabei wird von einem bestimmten Verlegesystem des Herstellers und einem festgelegten Estrichaufbau ausgegangen

Varianten existieren je angebotenem Rohrdurchmesser und je nach geplantem Bodenbelag (R-Wert). Die strahlenförmigen Kurven folgen der Gleichung:

Q = KH x ΔϑH

Dabei ist KH eine Konstante, die vom Systemaufbau, dem Fußbodenbelag und dem Verlegeabstand abhängt. Sie wird vom Hersteller nach einem in der DIN EN 1264 beschriebenen Verfahren berechnet.

Die Auslegung erfolgt zunächst für den Raum mit der höchsten Soll-Wärmestromdichte (ohne Bad und Toiletten). Für diesen Raum wird eine Spreizung von 5K angenommen. Die sich für diesen Raum ergebende Vorlauftemperatur ist dann für alle weiteren Räume die Gleiche. Da die übrigen Räume aber  geringere Wärmestromdichten haben, muss der Massenstrom für diese Räume geringer sein. Mit geringerem Massenstrom vergrößert sich die Spreizung und damit fällt die mittlere Temperatur in der Heizebene und damit die Wärmestromdichte.

Für die weitere praktische Rechnung gilt:

qausl = QH / AF   mit QH = QN

 (QN ergibt sich aus der raumweisen Heizlastberechnung)

Ermittlung Heizmittelübertemperatur / Vorlauftemperatur

Mit qausl (Wärmestromdichte) geht man in die zutreffende Hersteller Tabelle und liest die korrespondierende Heizmittelübertemperatur ΔϑH ab (Beispiel Bilder links)

Mit der Heizmittelübertemperatur liegt auch die Vorlauftemperatur fest:

(8a) ΔϑV,Ausl = ΔϑH,Aausl + 0,5 x σ  und ϑV,Ausl = ϑi + ΔϑH + 0,5 x (ϑV ϑR)

Diese Formel geht davon aus, dass die Heizmittelübertemperatur um die halbe Spreizung (algebraisches Mittel) kleiner ist als die Vorlauftemperatur

Nach DIN wird die Heizmittelübertemperatur als logarithmisches Mittel aus Vorlauftemperatur ϑV und Rücklauftemperatur ϑR Ermittlung:
Formen: Logaritmischer-Mittelwert-Spreizung

im Bereich: σ / ΔϑH ≤ 0,5 sind logarithmisches und algebraisches Mittel für die praktische Berechnung etwa gleich, sodass (8a) angewendet werden kann.

Für den Bereich σ / Δϑ> 0,5 muss mit der logarithmischen Übertemperatur gerechnet werden. Dann gilt:
Fußbodenheizung:Delta-Vorlauf-Auslegungstemperatur-logaritmisch
Die so ermittelte Vorlauftemperatur gilt jetzt auch für alle weiteren Räume

Die bei der Bestimmung der Auslegungsvorlauftemperatur eingesetzte Spreizung wird für die Heizkreise mit kleineren Soll-Wärmestromdichten nicht mehr unterschritten und wird damit als Mindestspreizung festgelegt. Damit ist auch die maximal mögliche Heizmittelübertemperatur festgelegt:

Fußbodenheizung: Heizmitteluebertemperatur-Delta-Max

Verlegeabstand

Damit sind alle Werte zur Bestimmung des Verlegeabstandes bekannt. Im Leistungsdiagramm sucht man meist den größtmöglichen Verlegeabstand, der links der maximalen Heizmittelübertemperatur die Soll-Wärmestromdichte im Bereich der zulässigen maximalen Oberflächentemperatur (Grenzkurven 9K/15K) schneidet. Da dieser Schnitt meist nicht bei der maximalen Heizmittelübertemperatur liegt, wird senkrecht unter dem Schnittpunkt die notwendige Heizmittelübertemperatur abgelesen. Der größtmögliche Verlegeabstand wird dann nicht gewählt, wenn ein kleinerer Verlegeabstand gleichmäßigere Oberflächentemperaturen ergeben soll, speziell bei Fliesenbelägen.

Bringt auch der engste Verlegeabstand nicht die Soll-Wärmestromdichte, wird ein sinnvoller Verlegeabstand ausgewählt, die Wärmestromdichte abgelesen, und die Differenz von Soll- minus Ist-Wärmestromdichte multipliziert mit der heizenden Fußbodenfläche ergibt die notwendige Zusatzleistung, z. B. für eine zusätzlicher Heizkörper. Nicht der kleinste Verlegeabstand, sondern ein sinnvoller wird für die Auswahl empfohlen, weil preislich ein größerer Verlegeabstand zusammen mit einem größeren Zusatzheizkörper oft günstiger ist.

Spreizung

Für die weiteren Räume wird aus den Herstellerdiagrammen wieder die mittlere Heizmittelübertemperatur für jeden Raum(i) ΔϑHi ermittelt. Damit lässt sich dann wieder die Spreizung im Raum(i) errechnen. Auch hier werden die Fälle a) σ / ΔϑH ≤ 0,5 und b) σ / Δϑ> 0,5 unterschieden. Für a) bezw. b) gilt:

(9a) σi = 2 x (ΔϑV,AuslΔϑH,i)
Fußbodenheizung: Näherungformel Spreizung-Raum

Massenstrom

 Der neue Massenstrom errechnet sich wieder nach (1). Hierzu benötigt man die neue Spreizung für jeden Raum. Diese ergibt sich aus (9)

Massenstrom-mit-q-ausl-i

(4a) geht davon aus, dass der Raum unterhalb des betrachteten Raumes die gleiche Temperatur hat. Besteht zwischen den Räumen eine Temperaturdifferenz gilt die erweiterte Gleichung (4b) :

Massenstrom-mit-Beruecksichtigung-einer Temperaturdifferenz zu unterliegendem Raum

Fußbodenheizung was ist zu beachten

  • Prüfung der Voraussetzungen für eine Fußbodenheizung (Eignung des Gebäudes, erforderliche Vorlauftemperatur)
  • Eine umfassende Planung ist die Grundvoraussetzung
    • Raumweise Heizlastberechnung
    • Grenzwerte beachten, evtl Zusatzheizung berücksichtigen
    • Systemauswahl (nass / trocken, Noppe / Tackern), Estrichtyp
    • Verlegeplan, Fugenplan
    • Berücksichtigung der geplanten Nutzung der Räume (für FB-Hzg. nicht nutzbare Flächen ausweisen z.B. unter Einbauküche)
    • Für spätere Änderungen, Bauarbeiten, Nachrechnungen Planung geben lassen und aufbewahren
  • Protokolle (Dichtheitsprüfung, Aufheizprotokoll + CM-Messung,) verlangen, prüfen, aufbewahren
  • Durchführung des hydraulischen Abgleichs, Aufbewahrung Berechnungsgrundlage Einstellwerte
  • Es gibt eine breite Spanne an Realisierungsmöglichkeiten für eine Fußbodenheizung (System , Material, Komponenten, Aufbau ..) die kaum mehr überschaubar sind. Um Inkompatibilitäten auszuschließen ist zu empfehlen sich im System nur eines Anbieters zu bewegen.
  • Fußbodenbelag
    • Je “dicker” der Fußboden-Belag (Wärmedurchlasswiderstand) ist, je höher muss die Vorlauftemperatur sein.
    • Beläge wie Teppich oder Parkett auf dem Untergrund verkleben (geringerer Wärmeübergangswiderstand)
    • Bei Fliesenbelag ist zu bedenken, ob nicht später doch noch großflächig Teppiche verlegt werden könnten oder ob evtl. der Belag gewechselt wird. Dann sollte zunächst überdimensioniert und als Ausgleich bei Fliesenbelag der Heizmittelstrom leicht gedrosselt werden
    • Bei späterer Änderung des Belages: Neuabgleich
  • Bei Möblierung immer beachten, das direkt auf dem Boden stehende / liegende Möbel zur Erhöhung der Oberflächentemperatur führen, und damit möglicherweise zu Schädigungen an FB-Hzg. oder Möbel führen können. auch reduziert sich damit die Wärmestromdichte (Heizleistung) des Raumes
  • Fußbodenheizungen reagieren auf Grund ihrer Speichermasse träge auf Veränderungen.
    • Bis sich ein Regeleingriff in einem beheizten Raum auswirkt, kann es bis zu 4 Stunden dauern (Nass verlegter Estrich). Dies bezieht sich weniger auf die Veränderung der Außentemperatur (erfolgt meist langsam und wird durch die Gebäudemasse gleichfalls verzögert) als auf Einwirkung von Fremdwärme.
    • Nachtabsenkung kann möglicherweise nicht den gewünschten Effekt haben -> ausprobieren (Nachtabsenkung bringt bei schwerem Aufbau meist wenig bis nichts).
    • Bei Veränderung der Regelparameter (Heizkurve, Massenstrom am Verteiler, Pumpendruck) zeigen sich die Auswirkungen deutlich erst nach einiger Zeit -> geduldig beobachten, Änderung in kleinen Schritten
  • Heizkreise im Verteile beschriften lassen, damit Zuordnung zu Räumen einfach und auch später noch möglich ist
  • Eine Erdwärme- oder Wasser-Wärmepumpe ist auch für eine passive Kühlung einsetzbar, allerdings sind Regelbarkeit und Wirksamkeit eingeschränkt
  • Im Altbau kann ein Trockensystemaufbau  bei eingeschränkter Aufbauhöhe und/oder Gewichtsproblemen von Vorteil sein.

Rechtlicher Hinweis: Alle Angaben sind nach bestem Wissen und sorgfältiger Recherche erfolgt. Irrtümer oder Tippfehler sind aber nicht vollständig auszuschließen. Für unvollständige, fehlerhafte oder nicht aktuelle Angaben übernehmen wir daher keine Haftung. Bilder, Diagramme und Tabellen dienen der Erläuterung prinzipieller Sachverhalte, sie können nicht als Basis konkreter Bewertungen oder Planungen dienen.

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